EMERGENT-YACHTING

SCHIFFERSCHULE NORD in Niedersachsen



EMERGENT-YACHTING SCHIFFERSCHULE NORD, Dipl.-Ing. Wolfgang Hauschild


Bordbuch für das Küsten-Segeln auf Yachten

 

Nur für Eigengebrauch meiner Segelschüler, keine Weitergabe an Dritte, nur mit Genehmigung des Verfassers

 

Bordbuch für das Küsten-Segeln auf Yachten. 1

Vorwort 2

Teil 1 Verhalten an Bord und Rollenverteilung. 2

Rollenverteilung im Wachplan. 2

1. Allgemeine Hinweise für alle. 3

2. Aufgaben des SKIPPERS: 4

3. Aufgaben des WACHFÜHRERS: 5

4. Aufgaben des NAVIGATORS: 5

5. Aufgaben des RUDERGÄNGERS 1: 6

6. Aufgaben des RUDERGÄNGERS 2: 7

7. Aufgaben des SMUTJE: 8

Teil 2 Segelmanöver 9

1. Segel setzen unter Motor, Großsegel und Vorsegel 9

2. Segel setzen unter Segel, Großsegel und Vorsegel 10

Teil 3 Sicherheit an Bord. 13

1. Crew auf Starkwindbedingungen vorbereiten. 13

2. Segelyacht sturmklar machen. 14

2.1 Aufgaben des Wachführers zusammen mit dem Rudergänger1 an Deck. 14

2.2 Aufgaben des Wachführers nach Sicherung zu 2.1. 14

2.3 Aufgaben des Rudergänger2 zusammen mit dem Smutje unter Deck. 14

2.4 Aufgaben des Navigators. 15

2.5 Aufgaben des Skippers während der Sturmvorbereitungen. 15

3. Segel reffen. 16

3.1 Reffen des Vorsegels ohne Maschinenhilfe. 16

3.2 Reffen des Großsegels ohne Maschinenhilfe. 17

3.3 Wendemanöver (über Stag gehen) 18

3.4 Halsemanöver (das Heck geht durch den Wind) 18

3.5 Schiften (beide Segel über) 19

4. Ankern. 20

4.1 Ankermanöver: Anker fallen mit Maschinenhilfe. 20

4.2 Ankermanöver: Anker auf mit Maschinenhilfe. 22

5. Schiffseinweisung. 25

 

 

 

Vorwort

 

Dieses Bordbuch ist aus den Erfahrungen vieler Segeltörns auf unterschiedlichen Yachten bei meinen Segeltörns im Küstenbereich auf der Ostsee und der Nordsee, dem Ijsselmeer sowie auf Seen und Kanälen der Niederlande zusammengestellt worden. Zu den Erfahrungen zählen zahlreiche Segeltörns auf unterschiedlichen Charteryachten zu privaten Urlaubstörns, Ausbildungstörns zur Vorbereitung auf die BR- und SKS- Prüfungen, zahlreichen Skippertrainings mit Hafenmanövern, vielen Nachtfahrten über insgesamt 22.000 sm in den letzten 15 Jahren. Dazu kommen nochmals ca. 15.000 sm im Zeitraum von 1972 bis 1986 auf eigenen Schiffen auf der Nordsee und im Englischen Kanal und östlicher Atlantik.

Seit 1995 segele ich wieder auf eigenen Schiffen vom Typ Hallberg Rassy 36 mit Heimathafen Burgtiefe/Fehmarn und noch auf einem Schiff von 25 ft (7,60 m), Typ Lotus 760, mit 25% Eigentumsbeteiligung mit Heimathafen Stavoren/Friesland/NL.

Die Segelmanöver, Ankermanöver, Sturmklar machen ist am Beispiel einer Hallberg Rassy dargestellt. Auf diesem Schiff befindet sich ein Vorsegel mit Rollreffeinrichtung, Großsegel mit 2 Bindereffmöglichkeiten. Die Segelbedienung des Großsegels zum Setzen, Bergen und Reffen erfolgt am Mast. Ich halte diese Bedienung für besonders sicher, jedoch das ist Ansichtssache.

Teil 1 Verhalten an Bord und Rollenverteilung

Um den reibungslosen Ablauf während eines Segeltörns zu gewährleisten, ist es erforderlich, eine gute Einweisung und eine klare Rollenverteilung vorzunehmen. Es muß Klarheit in den Funktionen bestehen. Außerdem dient die Wacheinteilung der Sicherheit aller und des Schiffes. Dann gibt es keine Mißverständnisse und jeder Törnteilnehmer (Crewmitglieder) kann „in die Pflicht“ genommen werden.

Rollenverteilung im Wachplan

Im Folgenden sind die Aufgaben und Verantwortlichkeiten für den

SKIPPER                   verantwortlicher Schiffsführer, die Verantwortung ist nicht teilbar

WACHFÜHRER          Stellvertreter des Skippers, wenn dies so mit Logbucheintrag vereinbart wurde; kann täglich wechseln

NAVIGATOR              sichere Navigation, Kurse, Standorte, Untiefen beachten, Abstimmung mit Rudergänger

RUDERGÄNGER 1      Kurshaltung, Manöver, Kommandos, Abstimmung mit Navigator, Meldungen aller Objekte

RUDERGÄNGER 2      Vorschoter und Ablösung von Rudergänger 1

FREIWACHE              Alle, die nicht aktiv an der Schiffsbedienung und Führung beteiligt sind, haben frei

und den

SMUTJE                     sorgt für das leibliche Wohl

festgelegt:

 

1. Allgemeine Hinweise für alle

  • Jeder Törnteilnehmer wird durch den Skipper eingewiesen insbesondere in die Sicherheitseinrichtungen wie Rettungsweste, Rettungsinsel, Signalmittel, Bedienung des Funkgerätes im Notfall, Sicherheitsrolle, Toilette, Seeventile, Elektrik, Instrumente, Navigationseinrichtungen, Segelbedienung, Motorbedienung, Ölstand, Strecktaue, Sicherung, Arbeiten an Deck
  • Jeder Segelteilnehmer kennt die Tagesetappe
  • Jeder kennt die aktuelle Wetterlage und die Wettervorhersage (Synopsis) für die nächsten 24 Stunden
  • Der Salon bleibt immer aufgeräumt und d.h. unter allen Umständen trocken, d.h. niemand darf sich mit nassem Ölzeug oder nasser Kleidung auf die Polster setzen oder legen. Wenn man sich nicht daran hält, wird dies zum Ärgernis
  • Immer Ordnung auf dem Schiff halten, jeder räumt seine Sachen wieder an Ort und Stelle, der Nächste sucht sonst die Sachen und ist dann sauer
  • Jeder kennt den Stauplan und somit den festen Platz der Ausrüstung insbes. die Rettungsmittel
  • Kein Motorbetrieb bei Krängung > 20° auf Dauer; sehr kurzzeitige Überschreitungen sind möglich
  • Kein Autopilot bei Starkwind, da der Ruderdruck zu groß ist und die Autopiloten für diese Dauerbelastung nicht ausgelegt sind
  • Kein Heizungsbetrieb bei Krängung, Seewasser könnte in Abgasleitung einlaufen
  • Keine Leinen dürfen im Wasser treiben, außer es wird angeordnet zum Reinigen der Leinen
  • Genaue Kenntnis der Ausweichregel, speziell bei Gegenkommern oder Überholern
  • Immer in der Seekarte koppeln; das wird sehr oft leider mißachtet
  • Saubere Logbuchführung durch den Navigator oder Wachführer
  • Meldungen an Skipper bei
    - An- und Abmeldung beim Verlassen und Betreten des Schiffes oder der
      Station
    - Meldung jeder Kursänderung
    - Achtungsruf  „WAHRSCHAU“  bei Wellen und Gefahren
    - Wachführer, Rudergänger und Ausguck melden jedes Seezeichen, jede
      Untiefe, jedes Schiff und jede Gefahr.
    -  Gesundheitsbeeinträchtigungen, Medikamentenbedarf, Berücksichtigung individueller Beeinträchtigungen
  • Jeder kennt den Wachplan. Alle Wachwechsel werden im Logbuch protokolliert
  • Alle Meldungen müssen bestätigt werden, Kurse, Peilungen und Wassertiefen immer in Ziffern; Angaben zwei-/dreistellig
  • Sind mehrere Kompaßanzeigen an Bord, so ist der Steuerkompaß das Maß aller Dinge; das gilt auch für die Borduhr, auch wenn diese keinen richtigen Stand hat

 

2. Aufgaben des SKIPPERS:

  • Der Skipper hat die verantwortliche Törnplanung mit Vorbesprechung mit allen Mitseglern (Crew) vorzunehmen
  • Mitsegler- und/oder Ausbildungsvereinbarung, Kostenregelung treffen und unterzeichnen lassen, Reiserücktritt ggf. Reiserücktrittsversicherung oder Ersatzperson regeln
  • Versicherungsangelegenheiten erklären, Kaution regeln
  • Übernahme und Rückgabe der Charteryacht gemäß Chartervertrag, Einweisung der Crewmitglieder in die Yacht
  • Verantwortliche Schiffsführung
  • Stellvertreterregelung treffen, Ausguck festlegen, Regelung bei Ausfall des Skippers
  • Klare Informationen über die Aufgaben und Befugnisse des Wachführers an die Crew geben
  • Sicherheit hat absoluten Vorrang
  • Der Skipper hat seine Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine immer griffbereit
  • Einhaltung der Schifffahrtsordnungen und sonstige Regelungen
  • Einhaltung der Zoll- und Grenzbestimmungen, Grenzerlaubnisschein
  • Betriebssicherheit der Yacht beachten (WOLKE)
    - Wasser (Kühlwasserkreisläufe Motor und Seewasserkühlung)
    - Öl (Motoröl, Wendegetriebeöl, Fette für Stopfbuchse, Winchen, Galley)
    - Licht (Positionslichter an BB, STB, TOPP, HECK, ggf. 3-Farbenlicht, Anker)
    - Kraftstoff (Tankinhalt, Tankanzeige i.O.? Tagestank, Zweittank,
      Absperrhahn, Filter, Wasserabscheider)
    - Elektrik
  • Klare Kommandos und Anweisungen
  • Sichere Navigation
  • Sichere Seemannschaft, sichere Manöver
  • Die Crewmitglieder nach Ihren Fähigkeiten einsetzen
  • Anlegen und Tragen der Rettungswesten anordnen
  • Notfallmanöver erklären und übungshalber durchführen
  • Sorgfältige Logbuchführung – kann delegiert werden an den Wachführer oder Navigator
  • Benutzung des Funkgerätes für die sichere Fahrt, sobald dies angebracht ist
  • Wacheinteilung mit klaren Zuständigkeiten vornehmen mit Wachwechsel
  • Notrolle festlegen und aushängen
  • Unruhe vermeiden
  • Auf Gesundheit achten, Anzeichen von Seekrankheit beachten und erklären
  • Maßnahmen bei Seekrankheit oder sonstiger Erkrankungen, Erste Hilfe
  • Gefahrenabwehr treffen und erklären z.B. Anbringung von Strecktauen, Bullenstander usw.
  • Erklärung der Feuerlöscher und das Verhalten bei Bränden
  • Auslösung von Rettungsaktivitäten bei Notfällen bei höchster Gefahr, ausschließlich der Skipper darf im Notfall Rettungsmaßnahmen einleiten

Befugnisse: Wenn die Wacheinteilung funktioniert, dann hält sich der Skipper im Hintergrund

 

3. Aufgaben des WACHFÜHRERS:

  • Der Wachführer hat die stellvertretende Schiffsführung in Absprache mit dem Skipper, das bedeutet, daß er in Vertretung alle Aufgaben des Skippers wahrnehmen muß außer bei der Einleitung von Rettungsaktionen
  • Gleiche verantwortungsbewußte Handlungsweise wie der Skipper
  • Stellvertretung des Skipper bei Wachwechsel wahrnehmen
  • Logbuchführung je nach Vereinbarung vornehmen
  • Der Wachführer trägt ständig eine Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
  • Wetterberichte aufnehmen und allen Crewmitgliedern erläutern
  • Anlegen und Tragen der Rettungswesten anordnen
  • Das Ablegen der Rettungswesten regelt der Skipper
  • Schiffsverkehr beobachten und Ausweichregeln beachten
  • Anweisungen an die Crew erteilen
  • Auslösung von Rettungsaktivitäten bei Notfällen bei höchster Gefahr, ausschließlich der Skipper darf im Notfall Rettungsmaßnahmen einleiten, der Wachführer nur dann, wenn der Skipper dies vorher an den Wachführer übertragen hat
  • Alle Segelmanöver, Ankermanöver, An- und Ablegen leitet der Rudergänger allein! Der Wachführer und der Navigator geben nur Empfehlungen
  • Mithilfe beim Segelsetzen, -bergen, Reffen, Ankern, An- und Ablegen usw. nach Einteilung des Rudergängers
  • Jederzeit die Übersicht bewahren, d.h. Ausguck sicherstellen
  • Außer bei sehr klaren Situationen sind immer 2 Mann an Deck; der Rudergänger und der Ausguck
  • Der Wachführer informiert den Skipper über Veränderungen der Wetterlage
  • Der Wachführer ist auch der „Zahlmeister“ und für die Bordkasse verantwortlich

 

4. Aufgaben des NAVIGATORS:

  • Der Navigator wird durch den vorigen Navigator unter Aufsicht des Skippers oder des Wachführers bei Wachwechsel eingewiesen
  • Die Törnroute wird nochmals abgeklärt insbesondere bei Veränderungen der Planungen
  • Die Einweisung umfasst auch alle Wetterdaten und alle witterungs- und strömungsbedingten Einflüsse auf die Navigation
  • Der Navigator wird vom Vorgänger unterrichtet, ob alle nautischen Instrumente funktionieren, ggf. Kompasskontrolle vornehmen
  • Eine Standortkontrolle wird durchgeführt
  • Skipper oder Wachführer bestätigen die ordnungsgemäße Übergabe durch Eintrag in das Logbuch
  • Der neue Rudergänger wird ebenfalls über den weiteren Kursverlauf mit eingewiesen, die zu erwartenden Seezeichen, Untiefen und beabsichtigten Kursänderungen. Dazu gehört die Einweisung in der Seekarte sowie in den Hafenplan
  • Sehr klare und eindeutige Anweisungen an den Rudergänger
  • Kommunikation mit Rudergänger mittels Meldung und Rückbestätigung oder „Verstanden“, >Kursangaben, Peilungen und Wassertiefe immer in Ziffern
  • Der Wachführer hilft beim Segel setzen, -reffen, -bergen und beim An- und Ablegen, Ankern
  • Muß jemand auf das Vorschiff, dann muß er die Strecktaue benutzen
  • Erkennung von Seezeichen und Peilungen mittels Peilkompaß, Fernglas oder anderen Mitteln, Rückwärtspeilungen beachten
  • Bestimmung der Kennungen, sobald die Befeuerung in Betrieb genommen wurde
  • Der Wachführer informiert den Skipper und den Wachführer über Veränderungen der Wetterlage
  • Überwachung der Schiffsbewegung und Erkennung von Seezeichen z.B. RACON mit vorhandenem Radargerät, Abstandsmessungen und Seitenpeilungen

 

5. Aufgaben des RUDERGÄNGERS 1:

  • Der Rudergänger1 trägt ständig eine Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
  • Der Rudergänger steuert einen sicheren Kurs mit entsprechendem Vorhalt
  • Der Rudergänger meldet jedes Seezeichen, jede Untiefe, jedes Schiff und jede Gefahr
  • Besonders wichtig ist die Überwachung der Instrumente, speziell den Kompaß und die Wassertiefe
  • Meldung, wenn Kurs nicht eingehalten werden kann und Alternativkurs
  • Meldung von Wetterveränderungen, besonders bei herannahenden Böen (es verbleiben meist nur 10 Minuten Zeit zum Segelreffen oder Bergen)
  • Meldung von Gefahren wie Untiefen, Treibgut, Strömung, Abdrift
  • Sehr wichtig sind Rückwärtspeilungen (Achterauspeilungen), um z.B. innerhalb der Betonnung zu bleiben
  • Durchführung des Segeltrimms, Brumm- und Flattergeräusche der Segel abstellen
  • Der Rudergänger erteilt Anweisungen und Kommandos bei Kursänderungen, Segelmanöver, Hafenmanöver. Dabei erfolgen keinerlei Diskussionen. Alles geht ruhig ab, ohne Hektik
  • Der Rudergänger erteilt seine Meldungen an den Wachführer, den Navigator direkt oder an den Skipper mit Bestätigung z.B. bei zu hohem Ruderdruck, so daß gerefft werden muß
  • Der Rudergänger ist verantwortlich für die Ordnung an Deck.
  • Der Smutje ist nur im Ausnahmefall für Decksarbeiten heranzuziehen, nicht jedoch Wachführer und Skipper
  • Der Rudergänger weicht unverzüglich von dem vorgegebenen Kurs ab, wenn eine Gefahr droht und meldet dies sofort
  • Der Rudergänger benutzt den Autopiloten nur kurzzeitig z.B. für eine Wende
  • Ablösung auch vorzeitig, wenn die Konzentration nachläßt; meist nach 2 Stunden
  • Der Rudergänger verläßt seinen Platz nicht, besonders beim An- oder Ablegen
  • Der Rudergänger verschafft sich freie Sicht nach allen Seiten oder läßt sich Meldung machen

 

6. Aufgaben des RUDERGÄNGERS 2:

  • Der Rudergänger2 trägt ständig eine Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
  • Der Rudergänger2 löst nach Wachplan den Rudergänger1 mit Meldung ab und übernimmt dann währenddessen seine Aufgaben (Rollenwechsel)
  • Rudergänger2 ist Vorschoter und Deckshand von Rudergänger1
  • Zuständig für das Setzen des Motorkegels, Ankerballs oder Ankerlicht bei Bedarf
  • Muß der Rudergänger2 auf das Vorschiff, dann muß er die Strecktaue benutzen
  • Rudergänger2 ist zuständig für:
    - Segel setzen, reffen, ausreffen und Segel bergen
    - Segelbedienung
    - Leinenordnung an Deck und in der Plicht, Backskisten
    zuständig für Bunkerung von Wasser, Diesel, Motoröl
  • Brötchenholer vom Dienst
  • Betriebssicherheit der Yacht herstellen und dem Skipper melden (WOLKE)
    - Wasser (Kühlwasserkreisläufe Motor und Seewasserkühlung, Seewasserfilter)
    - Öl (Motoröl, Wendegetriebeöl, Fette für Stopfbuchse, Winchen, Gally)
    - Licht (Positionslichter an BB, STB, TOPP, HECK, ggf. 3-Farbenlicht, Anker)
    - Kraftstoff (Tankinhalt, Tankanzeige i.O.? Tagestank, Zweittank,
      Absperrhahn, Filter, Wasserabscheider)
    - Elektrik (Festsitz der Kabel, Keilriemenspannung, Funktion Anlasser und
      Generator, Bordelektrik, Lampen)
    zusätzlich
  • Kontrolle der Lenzpumpen und Kontrolle der Bilge
  • Kontrolle der Wellendichtung, falls vorhanden, Nachschmierung mit der Stopfbuchse
  • Kontrolle der Gasanlage, Verschluß der Ventile bei Seegang
  • Verschluß sämtlicher Luken, Skylights und Bullaugen, Backskisten
  • Kontrolle de Positionslichter, (Topplicht, Hecklicht, Ankerlicht und falls vorhanden das Dreifarbenlicht sowie Fahrtstörungslichter)
  • Klar Schiff auch unter Deck
  • Kontrolle der Toilette und speziell der Seeventile und des Fäkalientanks
  • Stehen gerade keine Aufgaben an, dann ist Rudergänger2 Ausguck

Zusammengefaßt: Rudergänger2 ist „Mädchen für alles“; an Deck, unter Deck, Schmiermaxe, Toilettenmann, Bilge usw.

Er kann sich als Hilfs-Smutje Lorbeeren verdienen und sollte (muß) hier mithelfen, auch beim Einkaufen

Befugnisse: jeder, der nicht aufräumt, wird vom Rudergänger2 ermahnt. Auch der Skipper.

 

7. Aufgaben des SMUTJE:

Der Smutje ist von allen Borddiensten außer von der Zubereitung der Mahlzeiten befreit. Er kann im Ausnahmefall beim Segelsetzen und Bergen mithelfen. Beim An- und Ablegen muß er mithelfen.

  • Der Smutje ist zuständig für das leibliche Wohl der Crew (auch für sein eigenes)
  • Er ist zuständig für die Ordnung in der Kombüse/Pantry
  • Er versorgt alle auch mit Zwischenmahlzeiten
  • Frühstück, 11:00 Uhr Cherry-Time, 13:00 Uhr Mittag, 15:00 Uhr Kaffee, 17:00 Uhr Teatime 19:00 Uhr warmes Abendessen, bei Nachtfahrt 24:00 Uhr Mittelwächter
    von den Zeiten und Mahlzeiten darf abgewichen werden.
  • Er sichert alle Kochgeräte, Teller, Tassen, Bestecke, Kannen besonders bei rauhen Bedingungen
  • Er kocht Kaffee, Kakao, Brühe, Suppen auch während des Segelns.
  • Er ist Seelentröster in allen Lebenslagen und verabreicht auch Kopfschmerzmittel, Mittel gegen die Seekrankheit, erzählt Witze und liest Geschichten vor
  • Er ist zuständig für die Kultur, Stadtführungen, Fotos bei Landgängen
  • Wenn der Smutje brüllt, heißt es Kopf einziehen und ruhig abwarten
  • Der Smutje führt die Bordkasse und besorgt Lebensmittel (lässt besorgen)

 

Alle Abweichungen von diesen Regeln trifft nur der Skipper

 

Teil 2 Segelmanöver

 

1. Segel setzen unter Motor, Großsegel und Vorsegel

  • Vor dem Ablegen Baumpersenning abnehmen und verstauen
  • Nach dem Ablegen erst alle Leinen und Fender verstauen. Keine Leine darf im Wasser sein
  • Den Motor während des Manövers laufen lassen mit kleiner Fahrt voraus, max. 3 kn
  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger folgendes:
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Vorschoter/Ausguck, ob der Seeraum frei ist
    • Vorschoter und Rudergänger tragen Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
  • Unter Maschine wird zuerst das Großsegel gesetzt
  • Schiff allmählich in den Wind drehen und unbedingt halten, Landmarke verwenden, wenn vorhanden
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM SETZEN GROSS ! <
    • Der Rudergänger legt die Großschot frei und löst den Bunsch auf, damit die Schot gefiert werden kann
    • Der Rudergänger setzt den Traveller zunächst in die Mitte und sichert diesen
    • Die Großschot wird gefiert
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
    • Der Vorschoter pickt sich in das Strecktau ein (bei Seegang)
    • Großfall von Baumnock abschlagen
    • Großfall an Kopfbrett des Großsegels anschlagen
    • Baumniederholer fieren
    • Reffleinen zum fieren klarmachen
    • Dirk etwas fieren
    • Zeisinge abnehmen und zunächst in die Plicht legen
    • Winchkurbel, falls noch nicht geschehen, bereithalten und in Köcher am Mast stecken
  • Rudergänger:    > KLAR BEI GROSSFALL ! <
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
  • Rudergänger:    > HEISS (AUF) GROSSEGEL ! <
  • Vorschoter:
    • Vorschoter setzt Großfall durch, auf Segellatten achten, falls vorhanden auf Lazy-Jack’s achten
    • Das letzte Stück mit Winch
    • Prüft Vorliekspannung
    • Sichert Großfall an Klampe (2 Kreuzschläge und Kopfschlag von oben)
    • Schießt Leine auf, dann an Klampe oder Mast festmachen
    • Stellt Unterliekstrecker ein
    • Stellt Baumniederholer ein
    • Stellt Dirk ein und sichert diese auf Klampe am Mast
    • Stellt Reffleinen ein und sichert diese mit den Reffklemmen
    • Kommt zurück in die Plicht, möglichst auf der Luvseite
  • Rudergänger:
    • setzt Großschot durch und fällt ab auf vorgesehenen Kurs
    • stellt Traveller jetzt ein
    • klart Leine der Großschot auf und legt diese lose in die Plicht
  • Rudergänger:    > NEUER KOMPASSKURS 1-3-5 - AM WIND - AUF
                               STEUERBORDBUG (BACKBORDBUG) ! <
  • Rudergänger und Vorschoter prüfen die Segelstellung, den Segeltrimm und die Leinen
  • Vorschoter räumt die Zeisinge auf
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM SETZEN VORSEGEL ! <
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
    • Löst den Bunsch der Rollreff-Holeleine auf und legt diese in die Plicht
    • Löst Holeleine aus der Kammklemme
    • Stellt die Umlenkblöcke der Schoten auf der Fockschot-Leitschiene ein
    • Legt die Fockschoten bereit zum Holen auf die Winch
  • Vorschoter:        > ALLE LEINEN KLAR ! <
  • Rudergänger:    > SETZE VORSEGEL AN STEUERBORD ! <
  • Vorschoter:
    • Holt Fockschot an und setzt diese auf „Am Wind Kurs“ durch, dabei rauscht Holeleine aus der Plicht
    • Sichert übrigbleibende Holeleine an Reling
    • Trimmt die Segel nochmals und stellt „Düse“ ein
    • Achtet dabei auf Windfahnen
  • Rudergänger überprüft die Segelstellung
  • Rudergänger stellt den Motor und die Zündung aus
  • Rudergänger:    > GROSSEGEL UND VORSEGEL GESETZT ! <

Wachführer nimmt Logbucheintrag mit Uhrzeit und Loggestand vor

 

2. Segel setzen unter Segel, Großsegel und Vorsegel

  • Vor dem Ablegen Baumpersenning abnehmen und verstauen
  • Nach dem Ablegen erst alle Leinen und Fender verstauen.
  • Ablegen unter Motor, Hafen verlassen, Fock oder Genua setzen und
  • Den Motor während des ersten Manövers noch kurz laufen lassen mit kleiner Fahrt voraus, max. 3 kn
  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger folgendes:
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum frei ist
    • Vorschoter und Rudergänger tragen Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
  • Unter Maschine wird hier zuerst in diesem Beispiel das Vorsegel gesetzt
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM SETZEN VORSEGEL ! <
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
    • Löst den Bunsch der Rollreff-Holeleine auf und legt diese in die Plicht
    • Löst Holeleine aus der Kammklemme
    • Stellt die Umlenkblöcke der Schoten auf der Fockschot-Leitschiene ein
    • Legt die Fockschoten bereit zum Holen auf die Winch
  • Vorschoter:        > ALLE LEINEN KLAR ! <
  • Rudergänger:    > SETZE VORSEGEL AN STEUERBORD ! <
  • Vorschoter:
    • Holt Fockschot an und setzt diese auf „Am Wind Kurs“ durch, dabei rauscht Holeleine aus der Plicht
    • Sichert übriggebliebene Holeleine an der Reling
  • Rudergänger:    > HOL AN DIE SCHOT AUF AMWIND KURS ! <
  • Rudergänger überprüft die Segelstellung
  • Rudergänger stellt den Motor und die Zündung aus
  • Segeln nur mit Vorsegel und „Am Wind Kurs“ halten
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM SETZEN GROSS ! <
  • Der Rudergänger legt die Großschot frei und löst den Bunsch, damit die Schot gefiert werden kann
    • Der Rudergänger setzt den Traveller zunächst in die Mitte und sichert diesen
    • Die Großschot wird etwas gefiert und gesichert, damit Großbaum Innenbords bleibt
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
    • Großfall von Baumnock abschlagen
    • Großfall an Kopfbrett des Großsegels anschlagen
    • Baumniederholer fieren
    • Reffleinen zum fieren klarmachen
    • Dirk etwas fieren
    • Zeisinge abnehmen und zunächst in die Plicht legen
    • Winchkurbel, falls noch nicht geschehen, bereithalten und in Köcher am Mast stecken
  • Rudergänger:    > KLAR BEI GROSSFALL ! <
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
  • Rudergänger:    > HEISS (AUF) GROSSEGEL ! <
  • Vorschoter:
    • Vorschoter setzt Großfall durch, auf Segellatten achten, falls vorhanden auf Lazy-Jack’s achten
    • Das letzte Stück mit Winch
    • Prüft Vorliekspannung
    • Sichert Großfall an Klampe (2 Kreuzschläge und Kopfschlag von oben)
    • Schießt Leine auf, dann an Klampe oder Mast fest
    • Stellt Unterliekstrecker ein
    • Stellt Baumniederholer ein
    • Stellt Dirk ein und sichert diese auf Klampe am Mast
    • Stellt Reffleinen ein und sichert diese mit den Reffklemmen
    • Kommt zurück in die Plicht, möglichst auf der Luvseite
  • Rudergänger:
    • setzt Großschot durch und fällt ab auf vorgesehenen Kurs
    • stellt Traveller ein
    • klart Leine der Großschot auf und legt diese in die Plicht
  • Rudergänger:    > NEUER KOMPASSKURS 1-3-5 - AM WIND - AUF
                               STEUERBORDBUG (BACKBORDBUG) ! <
  • Rudergänger und Vorschoter prüfen die Segelstellung, den Segeltrimm und die Leinen
    • Trimmt die Segel nochmals und stellt „Düse“ ein
    • Achtet dabei auf Windfahnen
  • Vorschoter räumt die Zeisinge auf
  • Rudergänger:    > GROSSEGEL UND VORSEGEL GESETZT ! <

Wachführer nimmt Logbucheintrag mit Uhrzeit und Loggestand vor

 

 

Teil 3 Sicherheit an Bord

 

Zur Sicherheit an Bord sind sehr viele Punkte zu beachten. Zunächst wird hier erläutert, wie die Crew und das Schiff bei Starkwind- und Sturmgefahr darauf vorbereitet werden.

Das wichtigste ist: RUHE BEWAHREN, schnelle Reaktionen aber keine Hektik

 

1. Crew auf Starkwindbedingungen vorbereiten

alle Crewmitglieder auf das herannahende Wetter vorbereiten dazu gehört:

  • Ölzeug anziehen, ggf. warme Unterwäsche (Lifa-Wäsche)
  • Lifebelt und Rettungsweste anlegen
  • Schrittgurt bei Feststoffwesten verwenden
  • Jeder, der eine Automatikweste benutzt, sollte mit dem Umgang vertraut sein; besonders bei Ausfall der CO2 – Patrone; Patrone überprüfen
  • Signalpfeife überprüfen
  • Blitzleuchte, falls mehrere Leuchten vorhanden sind, anlegen, wird am Arm festgebunden
  • Sobald alle Crewmitglieder und der Skipper die richtige Bekleidung und die Rettungswesten tragen, geht der Skipper an das Ruder, bis das gesamte Schiff sturmklar ist.
  • Rudergänger (Skipper) bindet sich an der Steuersäule mit der Sorgleine fest
  • Autopilot ausschalten
  • Signalhorn und Rettungsmittel bereitlegen lassen
  • Bei Dunkelheit Handscheinwerfer bereitlegen lassen
  • Handsprechfunkgerät an Wachführer, wenn vorhanden
  • Was kann in extremen Situationen passieren z.B. Durchkentern, Seeschlag, Wassereinbruch
  • Bedienung der Rettungsinsel nochmals erläutern mit Notpack (Papiere, Logbuch, Notration)
  • Der Wachführer überprüft die wichtigsten Vorbereitungen und erhält alle Klarmeldungen
  • Sobald alle Vorbereitungen einschließlich Reffen der Segel vollständig abgeschlossen sind und das Deck aufgeklart ist, geht der Rudergänger1 wieder an das Ruder
  • Der Skipper nimmt die Schiffspapiere an sich (in Plastiktüte)

 

 

2. Segelyacht sturmklar machen

 

Wenn durch Wetterbeobachtung, Wettervorhersage oder durch plötzlichen Wetterumschwung Windstärke und Wellenhöhe zunehmen, muß sich der Skipper rechtzeitig auf diese Veränderungen einstellen. Je nach Lage oder bevorstehende Wetteränderung muß man verschiedene Vorkehrungen treffen. Nachfolgend sind die Maßnahmen beschrieben, die auf Segelyachten durchgeführt werden sollten. Dadurch wird auch das Sicherheitsgefühl der Crew deutlich gestärkt. Diesen Aspekt sollte man nicht unterschätzen. Es beugt auch der Seekrankheit vor.

2.1 Aufgaben des Wachführers zusammen mit dem Rudergänger1 an Deck

  • Vorsegel reffen (Rollreff) nach Kommando des Rudergängers (Skipper)
  • Strecktaue an Deck verlegen, falls noch nicht geschehen
  • Großsegel reffen nach Kommando des Rudergängers (Skipper)
  • Falls als Vorsegel die Genua angeschlagen ist, dieses ganz einholen (einrollen) und das „Coversail“ anschlagen und setzen
  • Lose Gegenstände sichern, auch in den Backskisten
  • Backskisten verschließen und sichern, da ein Wassereintritt sehr gefährlich sein kann
  • Steckschotten einstecken und sichern durch Schließen des Schiebeluks
  • Ankerbereitschaft sicherstellen
  • Gesamtes Rigg überprüfen
  • Gasflaschen sichern, verkeilen und Gasventile der Flaschen schließen
  • Im Notfall werden die Gasflaschen über Bord geworfen, dann besteht keine Explosionsgefahr mehr (Sicherheitsgründe)
  • Alle Schoten, Fallen und Taljen sichern
  • Doradelüfter abnehmen und mit Schraubdeckeln verschließen
  • Reling überprüfen und Fenderbrett sichern; notfalls Fenderbrett über Bord

 

2.2 Aufgaben des Wachführers nach Sicherung zu 2.1

  • Standort mit Navigator überprüfen
  • Kursplanung überprüfen, ggf. Zielhafen auswählen (Nothafen)
  • Alle Instrumente überprüfen, Füllstände überprüfen
  • Klarmeldung an Skipper, dann übernimmt Rudergänger1 wieder das Ruder

 

2.3 Aufgaben des Rudergänger2 zusammen mit dem Smutje unter Deck

Während der Wachführer und der Rudergänger1 das Deck aufklaren, nehmen der Rudergänger 2 mit dem Smutje folgende Maßnahmen vor:

  • Alle Lukendeckel, Belüftungen und Bullaugen schließen
  • Alle losen Gegenstände unter Deck sichern, schwere Gegenstände gut abpolstern
  • Schränke und Schapps schließen
  • Alle Seeventile - außer Kühlwasser Motor und Lenzventile - schließen
    dazu gehören
    - Wasserablauf Spülbecken in Pantry
    - Wasserablauf Waschbecken in Toilette
    - Wasserzulauf und Ablauf der Toilette
    - Fäkalientank entleeren und Zulauf- sowie Überlaufventile schließen (füllt sich sonst bei starker Krängung wieder mit Seewasser auf)
  • Gas-Absperrventil am Gasherd schließen
  • Gasherd sichern, kardanische Aufhängung muß gesperrt werden
  • Lenzpumpen auf Funktion prüfen; Ansaugstutzen müssen frei sein, es dürfen keine Lebensmittel in die Bilge gelangen
  • Treibstoffvorräte prüfen
  • Tagestank, falls vorhanden, auffüllen
  • Frischwasser in Haupttank einlaufen lassen, Überschuß abpumpen

 

2.4 Aufgaben des Navigators

  • Sprechfunkgerät einschalten und Kanal 16 einstellen
  • Der Navigator prüft die gesamte nautische Ausrüstung
  • Der Navigator stellt Standort fest und macht Logbucheintrag
  • Danach macht der Navigator Ausguck

 

2.5 Aufgaben des Skippers während der Sturmvorbereitungen

  • Probelauf des Motors durchführen, auf sichere Funktion achten
  • Nach Ruderübergabe an Rudergänger1 Notpack vorbereiten
  • Nochmals alles genau mit dem Wachführer durchsprechen
  • Logbucheintrag der aktuellen Position prüfen und Bestätigung der Sturm-Klarmeldungen
  • Falls erforderlich einen TR (Travel Report) an Verkehrszentrale absetzen mit Situationsbericht
  • Zuletzt nochmals alle Crewmitglieder auf sichere Handlungsweise aufmerksam machen
  • Verhalten bei Notsituationen z.B. Mann über Bord und entsprechendes Manöver erläutern sowie Funktion der MOB-Taste zeigen

 

Wenn alle Vorbereitungen abgeschlossen sind, wird gegessen oder es werden Brote geschmiert.

 

3. Segel reffen

Es wird immer zuerst das Vorsegel gerefft, da es schneller geht und der Ruderdruck sofort reduziert werden kann. Dadurch wird die Steuerfähigkeit verbessert und die Krängung wirkungsvoll reduziert.

 

3.1 Reffen des Vorsegels ohne Maschinenhilfe

  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger folgendes:
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum frei ist
    • Vorschoter und Rudergänger tragen Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM REFFEN VORSEGEL ! <
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
    • Löst den Bunsch der Rollreff-Holeleine von der Reling und legt diese in die Plicht
    • Macht die Fockschoten klar
  • Vorschoter:        > ALLE LEINEN KLAR ! <
  • Rudergänger:    > FOCKSCHOT LOSWERFEN UND HOLELEINE ANHOLEN ! <
    • Rudergänger gibt an, wieviel gerefft werden soll
  • Rudergänger:    > RECHT SO ! <
  • Vorschoter:
    • Holt Rollreff-Holeleine aus der Plicht an und sichert diese in der Kammklemme
    • Keinesfalls die Holeleine über die Winch anholen, da sonst die Rollreffeinrichtung klemmen könnte. Das gibt dann massive Probleme beim Segel einholen
    • Stellt die Umlenkblöcke der Schoten auf der Fockschot-Leitschiene ein
    • Legt die Fockschoten bereit zum Holen auf die Winch
  • Rudergänger:    > HOL AN DIE SCHOT AUF AMWIND KURS ! <
  • Vorschoter:
    • Holt Fockschot über Winch an, setzt mit Winchkurbel weiter durch
    • Klart danach Schoten auf
    • Sichert übriggebliebene Holeleine an der Reling
  • Rudergänger überprüft die Segelstellung
  • Rudergänger behält „Am Wind Kurs“ zum Reffen des Großsegels bei

 

3.2 Reffen des Großsegels ohne Maschinenhilfe

  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger wiederum folgendes:
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum frei ist
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM REFFEN GROSSEGEL ! <
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
    • Löst den Bunsch des Großfalls am Mast und legt diese auf das Kajütdach
    • Großfall von Klampe
    • Fieren des Baumniederholers
  • Vorschoter:        > ALLE LEINEN KLAR ! <
  • Rudergänger:    > GROSSFALL FIEREN BIS REFF 1 ! <
    • Rudergänger gibt an, wieviel gerefft werden soll
    • Rudergänger fiert Großschot, bis Großsegel flattert
    • Rudergänger hält „Hoch am Wind“ Kurs
  • Vorschoter:
    • Vorschoter pickt sich in Strecktau ein und geht vor zum Mast
    • Nimmt Großfall von der Winch und fiert des Großfalls bis zur Reffkausch 1
    • Einhaken der Kausch/des Rings in den Reffhaken am Lümmelbeschlag
    • Durchsetzen des Großfalls über Winch mit Winchkurbel
    • Prüfen der Vorliekspannung
    • Großfall auf Klampe sichern und aufschießen
    • Reffleine Reff 1 auf Winch und mit Kurbel durchsetzen bis achtere Reffkausch am Großbaum anliegt, dabei auf Segel achten, daß es keine Falten schlägt und sich nicht beklemmt
    • Reffklemme schließen und Reffleine 1 auf Klampe sichern
    • Durchsetzen der Reffleine 2, damit diese nicht flattert und Reffklemme schließen
    • Vorschoter setzt Baumniederholer durch und stellt Dirk ein
    • Vorschoter wickelt überstehendes Segeltuch zum Baum und fixiert dies mit den Reffbändseln
    • Vorschoter zurück in die Plicht, möglichst auf der Luvseite
  • Rudergänger:    > RECHT SO ! <
    • Rudergänger holt Großschot dicht und stellt Traveller ein
    • Vorschoter prüft nach Abschluß des Manövers den Segeltrimm und trinkt einen Kaffee

Sollte der Winddruck stärker werden, muß man nochmals reffen in der zuvor beschriebenen Weise. Mann kann auch gleich das Reff 2, oder falls vorhanden, Reff 3 verwenden. Ausreffen geschieht in umgekehrter Reihenfolge.

 

3.3 Wendemanöver (über Stag gehen)

  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger wiederum folgendes:
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum nach vorn (vor der Genua/Fock) frei ist
      Rudergänger:         > KLAR ZUR WENDE ! < Ggf. vor der Wende leicht abfallen um mehr Fahrt aufzunehmen.
  • Vorschoter löst Fockschoten von der Winch und hält die Leeschot fest, behält aber die Vorspannung
  • Traveller der Großschot muß frei sein oder in der Mitte stehen
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
  • Rudergänger:    > REE ! <
    • Rudergänger legt Ruder und geht über Stag durch den Wind (volle Ruderlage)
    • Großfall von Curry-Klemme und halten (bei Bedarf)
  • Rudergänger:    > FOCK BACKHALTEN ! < (oder > FOCK BLEIBT BACK <)
  • Vorschoter: sobald das Vorstag durch den Wind geht, setzt er die Fockschot noch etwas durch
  • Rudergänger:    > ÜBER DIE FOCK! < (oder > ÜBER DIE SEGEL <) Das erfolgt, sobald das Großsegel Winddruck von der anderen Seite hat.
  • Rudergänger:    > HOL AN DIE SCHOTEN AUF AM WIND KURS! < (oder >
                               FIER AUF DIE SCHOTEN AUF HALB WIND KURS <)
  • Rudergänger stellt Großschot und Traveller ein, Vorschoter stellt Fockschot ein und fixiert die Schot, ggf. trimmen
  • Rudergänger:    > NEUER KURS AM WIND AUF BACKBORDBUG –
                               KOMPASSKURS 1-4-5 ! <

 

3.4 Halsemanöver (das Heck geht durch den Wind)

Die Halse geht in 3 Etappen von Raumwinkurs auf Bb.bug/Stb.bug mit rund achtern bis zum Raumwindkurs auf Steuerbordbug/Backbordbug mit Stützruder.

  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger wiederum folgendes:
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum frei ist
  • Rudergänger:    > KLAR ZUR HALSE ! <
  • Vorschoter löst Fockschoten von der Winch und hält die Leeschot fest
  • Traveller der Großschot muß frei sein oder in der Mitte stehen
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
  • Ist der Ausgangskurs „Am Wind“, dann folgen nachstehende Kommandos:
  • Rudergänger:    > FIER AUF DIE SCHOTEN AUF HALB WIND KURS <)
  • Rudergänger und Vorschoter fieren etwas auf
  • Rudergänger:    > FIER AUF DIE SCHOTEN AUF RAUM WIND KURS <)
  • Rudergänger und Vorschoter fieren weiter auf
  • Rudergänger hält jetzt stur den Raumwindkurs (Windanzeiger + oder -150°)
  • Rudergänger:    > HOL DICHT GROSSCHOT <)
  • Rudergänger oder Vorschoter holen die Großschot gegen den Winddruck dicht, Kurs bleibt noch Raum, unbedingt halten
  • Sobald Großschot dicht ist, fällt der Rudergänger weiter ab und hält Großschot fest
  • Vorschoter:        > FOCK FÄLLT EIN ! <
  • Rudergänger:    > RUND ACHTERN ! <
    • Rudergänger legt Ruder und geht mit dem Heck durch den Wind (leichte Ruderlage)
    • Großbaum geht über, dann Großfall sofort von Curry-Klemme und fieren
    • Stützruder geben um Drehung des Hecks auf Raumen Wind zu stoppen (Windanzeiger - oder + 150°)
  • Rudergänger:    > FIER AUF DIE SCHOTEN <
  • Rudergänger:    > HOL AN DIE SCHOTEN AUF RAUMWIND KURS <
  • Rudergänger:    > ÜBER DIE FOCK! < (oder > ÜBER DIE SEGEL <)
  • Vorschoter: sobald das Heck durch den Wind geht, setzt er die Fock auf die andere Seite, auch ohne Kommando
  • Rudergänger:    > HOL AN DIE SCHOTEN AUF AM WIND KURS! <
  • Rudergänger stellt Großschot und Traveller ein, Vorschoter stellt Fockschot ein und fixiert die Schot, ggf. trimmen
  • Rudergänger:    > NEUER KURS RAUMER WIND AUF STEUERBORDBUG – (Windanzeiger ca. - oder + 150°)
                               Beispiel: KOMPASSKURS „DREI DREI NULL“ ! <

 

3.5 Schiften (beide Segel über)

  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger wiederum folgendes:
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum frei ist
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM SCHIFTEN ! <
  • Vorschoter löst Fockschoten von der Winch und hält die Leeschot fest
  • Traveller der Großschot muß frei sein oder in der Mitte stehen
  • Vorschoter:        > IST KLAR ! <
  • Rudergänger hält jetzt stur den Vorwindkurs (Windanzeiger 180°)
  • Rudergänger:    > HOL DICHT GROSSCHOT <)
  • Rudergänger oder Vorschoter holen die Großschot gegen den Winddruck dicht, Vorwindkurs einhalten
  • Sobald Großschot dicht ist, fällt der Rudergänger ggf.leicht ab und hält Großschot fest
  • Rudergänger:    > ÜBER DIE SEGEL ! <
    • Rudergänger hält weiterhin den Vorwindkurs (leichte Gegen-Ruderlage zur Stabilisierung)
    • Großbaum geht über, dann Großfall sofort von Curry-Klemme und fieren
    • Stützruder geben um Drehung des Hecks auf Raumen Wind zu verhindern
  • Rudergänger:    > FIER AUF DIE SCHOTEN AUF VORWIND KURS <
  • Rudergänger stellt Großschot und Traveller ein, Vorschoter stellt Fockschot ein und fixiert die Schot, ggf. trimmen
  • Rudergänger:    > NEUER KURS RAUMER WIND AUF STEUERBORDBUG –
                               Beispiel: KOMPASSKURS „ZWO SIEBEN NULL“ ! <

Vom Schiften spricht man auch, wenn nur der Großbaum auf die andere Seite übergeholt wird.

 

4. Ankern

Das Ankermanöver erfordert viel Erfahrung und sollte oft geübt werden. Es sollte nicht von Anfängern vorgenommen werden, weil das Unfallrisiko hoch ist. Auch die Funktion des Ankers z.B. der Ankerbremse, der Kettenführung, der el. Ankerbetätigung (falls vorhanden) muß dem Bediener vertraut sein. Auch die Wind- oder Stromrichtung muß der Ankerbediener kennen, weil er dann beim Fieren der Kette oder Trosse mittels der Ankerbremse das Schiff gezielt einrucken lassen kann. Damit läßt sich nicht nur der Anker am Grund eingraben sondern auch sehr gut die Richtung des Schiffes bei Rückwärtsfahrt steuern. Das muß ausprobiert werden und stellt auch eine sehr gute Hilfe beim Rückwärts Anlegen („römisch katholisch“) dar.

Bei einer elektrischen Ankerwinch ist besondere Vorsicht geboten. Lassen sie keinesfalls die Sorgleine in die Ankerkette geraten, sonst werden Sie da hineingezogen. Die elektrischen Druckschalter sollten besonders beim Anker aufholen in Intervallen betätigt werden, da der Elektromotor nachläuft und nicht sofort stoppt, wenn Sie den Schalter loslassen.

Hilfreich sind Markierungen für alle 5 m, damit man weiß, wieviel Ankerkette ausgesteckt wurde. Vor dem Ankern soll das Ankermanöver vom Skipper durchgesprochen werden und auf die Gefahren hingewiesen werden.

 

4.1 Ankermanöver: Anker fallen mit Maschinenhilfe

Vor dem Manöver sind die Segel zu bergen. Bei schwachem Wind kann das Großsegel stehenbleiben und wird nach dem Ankern geborgen.

  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger folgendes:
    • Die Maschine läuft bereits
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum frei ist
    • Navigator prüft Ankergrund zwecks Ankerauswahl
    • Vorschoter und Rudergänger tragen Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM ANKERN MIT BUGANKER ! <
    • Anweisung an Navigator: Hauptschalter für Buganker einschalten auf „ON“
    • Rückfrage nach Grundbeschaffenheit, Tiefe und Abstand zum Ufer
    • Vorschoter geht auf das Vorschiff und nimmt Winchkurbel mit
    • Vorschoter klariert den Anker und prüft die Schäkel, Kette/Trosse auf Beschädigung und auf Verbindung zum Schiff
    • Vorschoter löst Ankerbremse mit Winchkurbel und schiebt den Anker etwas vor
    • Rudergänger fährt zum beabsichtigten Ankerplatz
  • Vorschoter:        > ANKER IST KLAR ! <
    • Rudergänger geht in den Wind oder gegen den Strom
    • Rudergänger stoppt Schiff mit Maschine auf
  • Rudergänger:    > LASS FALLEN ANKERN BUGANKER ! <
    • Anweisung an Vorschoter, wieviel Ankerkette er ausstecken soll
    • Rudergänger macht langsame Fahrt rückwärts
    • Vorschoter fiert Ankerkette/Trosse bis zur angegebenen Markierung und schließt die Ankerbremse, damit die Kette einruckt und sich der Anker eingraben kann, dann wird die Bremse wieder geöffnet. Das kann mehrfach geschehen.
    • Wenn der Vorschoter das Einrucken nicht beherrscht, dann erfolgen dazu Kommandos vom Rudergänger.
    • Prüfen, ob der Anker gefaßt hat durch Anfassen der Ankerkette
  • Vorschoter:        > ANKER HAT GEFASST ! <
    • Rudergänger gibt noch einen Rückwärtspull, wobei der Vorschoter nochmals die Ankerkette prüft, ob diese ruckelt
    • Maschine abstellen, Zündung aus nicht vergessen, besser Schlüssel abziehen!
    • Vorschoter zurück in die Plicht
  • Vorschoter setzt jetzt Ankerball und bereitet Ankerlicht vor
  • Navigator macht Kreuzpeilung und trägt die Position in Seekarte und Logbuch ein
  • Navigator schaltet am GPS die Funktion „Ankerwache“ ein
    • Bei Abweichungen vom Ankerplatz gibt es dann automatisch Ankeralarm
    • Mit dem Radargerät, falls vorhanden, kann man einen Warnkreis um das Schiff legen. Auch hier gibt es Alarm, wenn ein Objekt in diesem Warnkreis auftaucht
  • Skipper teilt Ankerwache ein
  • Ab jetzt mit Energie und Wasser haushalten, je nachdem wie lange man ankern will

Wenn Sie in einer Bucht ankern, wo bereits Schiffe liegen, Schwojekreise berücksichtigen. Falls erforderlich, den Zweitanker zum vermuren oder in Gezeitenrevieren einen Kattanker setzen. Dabei wird der Muringanker oder der Kattanker zuerst gesetzt und dann erst der Hauptanker.

 

4.2 Ankermanöver: Anker auf mit Maschinenhilfe

Vor dem Manöver kann das Großsegel gesetzt werden. Das ist hilfreich, um im Wind zu bleiben. Jedoch aufpassen, wenn das Schiff querkommt und plötzlich Fahrt aufnimmt. Wer hier nicht geübt ist, sollte das Großsegel später setzen.

  • Vor dem Manöver prüft der Rudergänger folgendes:
    • Rudergänger Maschine anstellen
    • auf Wassertiefe achten
    • Rundumblick vornehmen, ggf. Ausguck einteilen
    • Navigator fragen, ob während und nach dem Manöver mit Untiefen zu rechnen ist
    • Frage an Ausguck, ob der Seeraum frei ist
    • Vorschoter und Rudergänger tragen Rettungsweste mit Lifebelt und Sorgleine
    • Ankerlicht und Ankerball einholen und verstauen
  • Rudergänger:    > KLAR ZUM AUFHOLEN DES BUGANKERS ! <
    • Anweisung an Navigator: Hauptschalter für Buganker einschalten auf „ON“
    • Vorschoter geht auf das Vorschiff und nimmt Winchkurbel mit
    • Vorschoter klariert den Ankerwinch und prüft die Funktion
  • Vorschoter:        > ANKER IST KLAR ! <
    • Rudergänger geht in den Wind oder gegen den Strom und fährt langsam zum Anker
    • Vorschoter holt langsam die Ankerkette ein
    • Läuft das Schiff zu schnell oder zu langsam, meldet er dies
    • Vorschoter zeigt auch mit dem Arm die Richtung zur Ankerkette an
    • Mit Ruderlage und kurzem Gasstoß ändert sich sofort die Richtung des Schiffes
  • Vorschoter:        > ANKER IST KURZSTAG ! <
    • Rudergänger stoppt Schiff mit Maschine auf
    • Vorschoter prüft, ob Anker losgebrochen ist und holt Anker auf, jedoch nicht aus dem Wasser
    • Vorschoter zieht an der Ankerkette zum Reinigen des Ankers und meldet:
  • Vorschoter:        > ANKER AUF UND NIEDER ! <
    • Vorschoter holt jetzt den Anker an Deck und meldet:
  • Vorschoter:        > ANKER AN BORD ! <
    • Vorschoter sichert Anker und kommt mit der Winchkurbel zurück in die Plicht
    • Rudergänger nimmt Kurs auf und macht langsame Fahrt, bis Vorschoter in der Plicht ist
    • Hauptschalter der Ankerwinch ausschalten
    • Dann erfolgen weitere Manöver.

 

 

 

Sonstiges:

 

 

Die folgenden Hinweise müssen noch bearbeitet werden.

 

Logbuchführung nach Einweisung

 

Bedienung des Sprechfunkgerätes nach Einweisung und Notfallplan

 

Die Nachtfahrt, zusätzliche Hinweise wie Wachplan, Sicherheit, Taschenlampe, Blitzleuchte

 

Bedienung NAVTEX

 

Bedienung Radargerät (allgemein)

 

Antrieb, Technik, Probleme, Unterschiede Festpropeller zum Faltpropeller

Leine in der Welle/Schraube

 

Motormanöver im Hafen

 

Anlegen und Ablegen unter Motor und Segel im Hafen

 

Begriffe deutsch/englisch

 

 

Die Beschreibungen werden fortgesetzt.

 

Hauschild, 18.11.2012

 

 

 

 

       5. Schiffseinweisung

1.    Technische Daten an Deck (Rigg, stehendes und laufendes Gut)

       Länge                       11,31 m (entspricht 37 Fuß=11,28 m)

       Breite                       3,55 m

       Tiefgang / draught      1,75 m; kann auch mal 1,8 m sein

       Floating waterline       9,35 m; Max. sailing waterline 10,36 m

       Mast over water         ohne Antenne  15,5 m; Gesamthöhe mit Antenne 16,5 m

       Displacement             7,5 to; Masse Kiel: 3,4 to; real (gemessen) 9,2 to

1.a   Besegelung              

       Großsegel                 ca. 32 m2 von Elvström

       Art des Großsegels     Toppsegel mit 2 Bindereffs, am Mast bedienbar, Marke Elvström,

                                      mit 4 Segellatten, 2 Reffkauschen, 1 Cunninghamkausch,

                                      Kauschen am Hals und Schothorn, Kopfbrett

       Genua                      ca. 36 m2 von Donau-Segel, (war vorher von Halsley, schwedisch)

          Art der Genua          Befestigung in Keep am Vorstag, Rolleinrichtung von Furlex mit

Holeleine an Bb

       Arbeitsfock                ca. 18 m2

       Art der Fock              Starkwindfock

       Blister                       ca. 80 m2 als Genaker

1.b   Stehendes und laufendes Gut

       Mast                         Selden-Mast, Länge 12 m mit 3 Winchen, davon 2 selbstholend

       Spibaum                    am Mast befestigt

          Wanten         Toppwanten, Kreuzwanten zwischen Salingen, jeweils 2 Unterwanten,

2 Salinge

       Leinen am Mast Stb     Großfall an Stb, Dirk an Stb, Spifall an Stb

       Leinen am Mast Bb     Fockfall, Umlaufleine für Spibaum, Toppnant

                                     

       Leinen im Großbaum   Reffleine Reff 1 ist blau, Reffleine Reff 2 ist rot, Unterliekstrecker

       Kicker                       Selden Rodkicker mit Talje, ohne Gasdruckdämpfer

1.c   Buganker                  22 kg CQR-Pflugscharanker mit 40 m Kette; Gliedstärke 8 mm

       Heckanker                 10 kg Bruce-Anker mit 6 m Kettenvorläufer und 30 m Ankertrosse

1.d   Belüftung                  Belüftungen Vorchiff, Toilette, Achterkabine

       Belüftung                  Salon über 2 Dorade-Lüfter mit Schwallschutz

       Skylights                   Lukendeckel Vorschiff, Toilette, Salon und Achterschiff

1.e   Cockpit / Plicht           2 selbstholende Winchen, Steuerrad

                                     

                                     

2.    Technische Daten unter Deck

       Motor                       Volvo Penta 4 Zylinder Dieselmotor

       Leistung:                   55 PS oder 42 kW

       Verbrauch                 ca. 3,5 l / h bei 2000 U/min

2.b     Treibstofftank 345 l Diesel, 2 Tanks mit separaten Einfüllstutzen

(oben 180 l; unten 165 l)

       Treibstofftank            Tanks sind miteinander verbunden, Absperrhahn ist dazwischen

2.c      Wassertank    355 l Frischwasser, 2 Tanks mit einem Einfüllstutzen

(oben 105 l; unten 250 l)

                                      Achtung! Nicht verwechseln; verursacht sonst viel Ärger.

                                      Alle Tanks bestehen aus Niro und sind mit Stahlseilen befestigt.

          Druckwasseranlage   Druckwasserversorgung mit Kalt- und Warmwasser in Pantry und

Toilette

       Wasserpumpe            Fußwasserpumpe für Frischwasser

2.d   Warmluftheizung        Warmluftheizung Webasto

2.e   Gasanlage                 Gasversorgung mit 2 x 5 kg Propangasflaschen

                    Gasherd mit 2 Flammen + Backofen; Bestecke Teller usw. für

6 Personen

2.f   Kühlbox                    Box mit 110 l Inhalt, Kompressorkühlbox

                                     

3.    Technik Außenbords   

3.a   Schraube                   Festpropeller, linksgängig, bei Rückwärtsfahrt daher Heck nach Steuerbord

       Ruder                       Antrieb über Ruderquadranten

       Ruderbefestigung       Ruderwelle, Ruder mit 2 Lagern am Skeg befestigt + 1 Lager am Ruderdom

       Kiel                          beschnittener Lateralplan, (halblanger Kiel) mit Bleiballast

       Echolot                     Echolotgeber direkt vor dem Kiel, Mittschiffs

       Logge                       Geber für Logge direkt vor dem Kiel

                                     

3.b   Öffnungen unterhalb der Wasserlinie

       Lenzöffnungen Motor  2 x Motor (Seewasserzulauf und Abgasöffnung mit Seewasseraustritt)

       Lenzöffnungen Plicht   2 x Plicht im Motorraum, selbstlenzend

       Lenzöffnung Pantry     Brauchwasserabfluß

       Lenzöffnung Gally       Wasserzulauf für Pumptoilette mittschiffs im Durchgang

                                      Wasserablauf in Toilette mit Seeventil, immer geschlossen halten

                                      Wasserablauf für Duschwanne mit Hand-Lenzpumpe

                                      Wasser-Überlauf für Fäkalientank

                                     

3.c   Öffnungen oberhalb der Wasserlinie

          Lenzöffnung Gas      Stauraum für Gasflaschen enthält eine Lenzöffnung oberhalb der

Wasserlinie

       Frischluftansaugung     für Motor an Steuerbord

       Frischluftansaugung     für Dieselheizung aus der Backskiste an Steuerbord

       Abgasaustritt              Abgas- und Kühlwasseraustritt

       Heizung                    Abgasaustritt Heizung an Stb, keine Fender vor dieser Öffnung anbringen

                                     

4.    Entsorgung                Pump-WC mit 80 l - Fäkalientank, Verbindung sperrbar mit Ventil

                                      Waschbecken in Toilette

                                      Duschwanne in Toilette

                                      Spülbecken in Pantry

                                      Müllbehälter in Pantry

                                     

5.    Bordelektrik              

          Elektrische Anlage    12 V; 24 Stromkreise sowie 1 Stromkreis für 220 V bei Landstrom-

anschluß

       Batterien                   2 x Bordbatterie mit zusammen 280 Ah und 1 Motorbatterie 12 V 62 Ah

       Generator                 12 V 50 A, Aufladung erfolgt mittels Diodenplatte

       Ladegerät                  Batterieladegerät mit Landstrom gekoppelt,

                                      Steckerverbindung unter Achterkoje an Stb

          Landstromanschluß   im Schwalbennest für 220 V mit FI-Schalter (Fehlerstromsicherung) im

Motorraum

                    mit Anschluß zum Latentwärmespeicher, Steckerverbindung und

Ladegerät

       Positionslichter           2 Buglaternen am Bogkorb, jeweils Steuerbord grün und Backbord rot

       Topplicht                   Topplicht (Dampferlicht) am Mast) Horizontbogen 225°

       Deckslicht                  Decksbeleuchtung am Mast

       Hecklicht                   weißes Hecklicht am Heckkorb, Horizontbogen 135°

       Ankerlicht                  im Schiff verstaut, im Sitz am Kartentisch

       Autopilot                   Autopilot fest eingebaut Autohelm 6000 ST

                                     

6.    Navigationsausstattung und Instrumente

       Seekarten                 Seekarten und Hafenhandbücher für das betreffende Seegebiet

       Steuerkompass           Steuerkompaß Suunto (Finland)

       Peilkompass               Peilkompaß, Halter am Kartentisch (Kugelkompaß)

       Autopilot                   Autopilot ST 6000, fest eingebaut mit Flux-Gate Kompaß

       Radar                       Radargerät Ratheon mit 11" Bildschirm am Kartentisch

          GPS    GPS - Navigator MLR FX 312 am Kartentisch mit Tochteranzeige

am Steuerstand

       Kartenplotter             Typ xxx von VDO mit 2 Chips für Ostsee

       Instrum. Steuerstand   Bedieneinheit Autopilot und Tochteranzeige GPS am Steuerstand

          Brückeninstrumente  von links nach rechts: Windrichtungsanzeige, Wassertiefe und

Fahrt mit Zeiger

                                      sowie digit. Multiinstrument für Speed, Deep, Navigate und Wind

          Radio  Blaupunkt-Autoradio fest installiert mit CD-Recorder und

Wetterempfang auf MW

          UKW-Sprechfunkgerät        UKW - Sprechfunkgerät (Sailor RT 4822 mit DSC), Tastatur im

Handapparat

       Rufzeichen / MMSI      DD 7614;  MMSI-Nr.:  211 344 680;  ATIS-Nummer:  9 211 047 614

       Navibesteck               Navigationsbesteck, Zirkel, Dreiecke, Bleistift und Radiergummi

       Fernglas                    Fernglas von Kompass, 7 x 50 x 122 m mit eingebautem Peilkompass

          Motorinstrumente     Drehzahl, Öldruck, Wassertemperatur, Zündschalter, Alarmgeber am

Steuerstand

                                     

7.    Sicherheit                 

          Rettungswesten       4 Feststoff - Rettungswesten; 2 Automatic - Westen, 6 Lifebelts +

Sorgleinen

       6 + 1 Koje                Rettungsinsel für 6 Personen am Heckkorb

       Sonstiges                  Notpinne, Bolzenschneider, 2 Rettungskragen

       Festmacher                6 Festmacher, 6 Fender, Fenderbrett festgelascht

       Schlauchboot             nicht an Bord

       Seereling                  Bugkorb, Heckkorb, 8 Relingsstützen, Relingsdraht nicht ummantelt

          Strecktaue     keine speziellen Taue, jedoch die roten Fockschoten werden dafür

verwendet.

          Befestigung   große Öse am Bugbeschlag, innen laufend bis zu den Heckklampen

führen

       Lenzpumpen              2 Handlenzpumpen

       Signalmittel                Rettungs- und Signalmittel, Motorkegel, Ankerball, Bootsmannsstuhl

          3 Feuerlöscher á 2 kg         1 x im Durchgang zum Vorschiff; 1 x unter der Back und 1 x in

Achterkabine

 

 

 

 

 

Notrolle

 

(Namen eintragen !)

 

2007

 

 

 

Bei kleiner Crew andere Einteilung

Reihenfolge: Bei Gefahr geht der Skipper zunächst sofort an das Ruder,

 

bis alle die Rettungswesten angelegt haben und die Segel gerefft sind.

 

Dann Rudergänger 1 ans Ruder und Skipper stellt Standort fest.

 

 

 

0

1

2

3

4

5

 

Schwerwetter- Vorbereitung

Skipper:

Co - Skip.:
Navigation

Crew 1:
Ruder 1

Crew 2:
an Deck

Crew 3:
unter Deck

Crew 4:
Smut

1

Rettungswesten anlegen, Ruder

Ruder

X

X

X

X

X

2

Segel reffen

Ruder

X

X

 

 

 

3

Sturmfock setzen

Ruder

Posit.

X

 

X

 

4

Seeventile und Gasventile schließen

Position,
Nothafen

Ruder

 

 

X

5

Gegenstände unter Deck verzurren

 

X

Ruder

 

 

X

6

Bordelektrik überprüfen

X

 

Ruder

 

X

 

7

Maschine und Achterschiff prüfen

X

 

Ruder

X

 

 

8

Dichtheit Wasser- und Kraftstofftank

 

X

Ruder

 

X

 

9

Ruderanlage prüfen

 

X

Ruder

 

 

 

10

Rettungsinsel

X

A

Ruder

X

 

 

11

Gegenstände an Deck zurren, Backskisten zu

 

A

Ruder

X

 

 

12

ggf. Sorgleinen an Deck verlegen

A

X

Ruder

X

 

 

13

Verpflegung

A

 

Ruder

 

X

X

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wassereinbruch - Lecksuche

 

 

nach 2 h

 

 

 

1

Vorschiff und WC

 

A

Frei

Ruder

X

X

2

Salon und Pantry/WC

 

A

Frei

Ruder

X

X

3

Maschine und Achterschiff

X

A

Frei

Ruder

X

 

4

Handlenzpumpe, Pütz

 

A

Frei

Ruder

X

X

5

Seenotfunkspruch

X

A

Frei

Ruder

 

 

 

Logbucheintragung nicht vergessen!

 

A:

Ausguck