EMERGENT-YACHTING

SCHIFFERSCHULE NORD in Niedersachsen



EMERGENT-YACHTING SCHIFFERSCHULE NORD, Dipl.-Ing. Wolfgang Hauschild


MOTORBOOTPRÜFUNG

Geprüfte Manöver

  1. Fahren in den Uferzonen
  2. Fahren nach vorgegebener Richtung (Landmarke, Kompasskurs)
  3. Anlegen vorwärts Steuerbord an Steg unter 45°
  4. Anlegen vorwärts Backbord an Steg unter 45°
  5. Anlegen Steuerbord an Steg unter 90°
  6. Anlegen rückwärts Steuerbord an Steg unter 45°
  7. Anlegen rückwärts Backbord an Steg unter 45°
  8. Ablegen vom Steg mit S-Kurve
  9. Ablegen vom Steg mit Halb- oder Ganzkreis
  10. Wenden auf engem Raum (Tellerwende)
  11. Wenden über Bug
  12. Einfahren vorwärts in Box
  13. Einfahren rückwärts in Box
  14. Aufschiesser an Steg
  15. Aufschiesser an Boje
  16. Mann über Bord
  17. Vertäuen des Schiffes

Weitere Prüfinhalte

  1. Knoten
  2. Starten:
  • . Bezinzufuhr,
  • . Entlüften,
  • . Kontrollen,
  • . Starten etc.
  1. Brandfall
  2. Benennung Schiffsteile
  3. Kontrolle Schiffsausrüstung
  4. Fahren nach Sicht, fahren nach Kompass
  5. allgemeine Theorie:

Abstände zu anderen Schiffen,

Vortrittsregeln

Uferzonen etc.

EINZELMANÖVER

 

Generelles

1. Immer volle Übersicht gewährleisten und wahrnehmen

2. Beobachtung Windsituation: Windstärke und Windrichtung erfassen, Windsituation in Manöver einbeziehen.

3. Gefahren frühzeitig erkennen und entsprechende Maßnahmen und Manöver vorbereiten und wo nötig frühzeitig einleiten.

4. Geschwindigkeit den Bedingungen anpassen: Wetter, Sicht, Seegang, Gefahren etc.

1. Fahren in den Uferzonen

1. innere Uferzone 0-150m:

. max. Geschwindigkeit 10 Km/h (ca. 1800 U/min.)

. Fahrtrichtung nur senkrecht zum Ufer (Kleinmanöver ausgeschlossen)

2. äußere Uferzone 150-300m

. max. Geschwindigkeit 10 Km/h (ca. 1800 U/min.)

. Fahrtrichtung beliebig möglich

3. Anlegen vorwärts, Steuerbord, an Steg, unter 45°

• Anfahrt bis auf ca10-12m senkrecht zum Steg, mit Vorwärtsschub Boot richten, letzte ca. 4-6m der Anfahrt Motor im Leerlauf d.h. Boot gleiten lassen,

• Boot im Leerlauf nach Backbord drehen bis der angepeilte Landestelle unter 45° erscheint,

• Boot mit Vorwärtsschub auf Kurs setzen und Landestelle sauber unter 45° anfahren, so bald die Fahrrichtung stabilisiert ist Boot im Leerlauf gleiten lassen,

• ca. 3 m vor Steg Boot im Leerlauf Steuer nach Backbord drehen und mit rund 3 sec. Vorwärtsschub Boot drehen, Boot weiter drehgleiten lassen, bis es parallel zu Steg liegt,

• anschließend Steuer auf Nullposition setzen und mit Rückwärtsschub Boot vollständig ausbremsen (d.h. bis weder Vorwärts- noch Rückwärtsbewegung auszumachen ist)

• Das Boot an den Steg driften lassen

Korrekturen bei zu großer Distanz zu Steg

• Steuer voll auf Backbord und Boot mit Rückwärtsschub (ca. 1 sec.) zurück in 45° Anfahrtsposition setzten.

• Rückwärtsbewegung mit Vorwärtsschub abbremsen und fehlende Distanz zu Steg mit Vorwärtsbewegung ausgleichen,

• anschließend weiter ab Pkt. 4

4. Anlegen vorwärts, Backbord, an Steg, unter 45°

1. Anfahrt bis auf ca10-12m senkrecht zum Steg, mit Vorwärtsschub Boot richten, letzte ca. 4-6m der Anfahrt Motor im Leerlauf d.h. Boot gleiten lassen,

2. Boot im Leerlauf nach Steuerbord drehen bis der angepeilte Landestelle unter 45° erscheint,

3. Boot mit Vorwärtsschub versetzen und Landestelle mit Versatz rund 1m nach vorn sauber unter 45° anfahren, so bald die Fahrrichtung stabilisiert ist Boot im Leerlauf gleiten lassen,

4. ca. 4 m vor Steg Boot im Leerlauf Steuer nach Steuerbord drehen und mit rund 2 sec. Vorwärtsschub Boot drehen bis Boot rund 15° zu Steg,

• anschließend Steuer auf Nullposition setzen und mit Rückwärtsschub Boot vollständig ausbremsen (d.h. bis weder Vorwärts- noch Rückwärtsbewegung auszumachen ist)

• Das Boot an den Steg driften lassen

Korrekturen bei zu großer Distanz zu Steg

• Steuer voll auf Steuerbord und Boot mit Rückwärtsschub (ca. 1 sec.) zurück in 45°

Anfahrtsposition setzten.

• Rückwärtsbewegung mit Vorwärtsschub abbremsen und fehlende Distanz zu Steg mit Vorwärtsbewegung ausgleichen,

• anschließend weiter ab Pkt. 4

5. Anlegen vorwärts, Steuerbord, an Steg, unter 90°

1. Anfahrt bis auf ca.6m senkrecht zum Steg, mit Vorwärtsschub Boot Landestelle mit rund 3m Steuerbordversatz anpeilen, letzte ca. 4-6m der Anfahrt Motor im Leerlauf d.h. Boot gleiten lassen,

2. Steuer nach Backbord drehen und anschließend Boot mit rund 3 sec. Vorwärtsschub nach Backbord drehen,

3. kurzes Leerlaufintervall bis der angepeilte Landestelle unter ca. 45° erscheint

4. erneut rund 3 sec. Vorwärtsschub und Boot so weiter drehen, anschließen Boot im Leerlauf weiter drehgleiten lassen, bis es parallel zu Steg steht,

5. anschließend Steuer auf Nullposition setzen und mit Rückwärtsschub Boot vollständig ausbremsen (d.h. bis weder Vorwärts- noch Rückwärtsbewegung auszumachen ist)

6. Das Boot an den Steg driften lassen

Korrekturen bei zu großer Distanz zu Steg

• Steuer voll auf Backbord und Boot mit Rückwärtsschub (ca. 1 sec.) zurück in 45° Anfahrtsposition setzten.

• Rückwärtsbewegung mit Vorwärtsschub abbremsen und fehlende Distanz zu Steg mit Vorwärtsbewegung ausgleichen,

• anschließend weiter ab Pkt. 4

6. Anlegen rückwärts Steuerbord an Steg unter 45°

1. ca. 5-10 m Anfahrt unter 45° mit Rückwärtsschub, Sichtpeilung über Steuerbord-Heckkante zu Landestelle

2. ca. 3 m vor Anlegestelle, Steuer unter Motor nach Backbord drehen und

3. Boot mit Rückwärtsschub parallel zu Steg drehen (nicht überdrehen!)

4. Steuerposition belassen und Boot mit Vorwärtsschub vollständig ausbremsen (d.h. bis weder Vorwärts- noch Rückwärtsbewegung auszumachen ist)

5. Steuer auf Nullposition und das Boot an den Steg driften lassen

Korrekturen bei zu großer Distanz zu Steg

• Mit Vorwärtsschub Boot erneut in Anfahrtsposition bringen

• Ausbremsen mit Rückwärtsschub und fehlende Distanz zum Steg mit Rückwärtsbewegung und Steuer auf Nullposition ausgleichen

• Steuer unter Motor nach Backbord drehen

• anschließend  weiter ab Pkt. 2

7. Anlegen rückwärts Backbord an Steg unter 45°

1. ca. 5-10 m Anfahrt unter 45° mit Rückwärtsschub, Sichtpeilung über Mitte Boot zu Landestelle

2. ca. 3 m vor Anlegestelle, Steuer unter Motor nach Steuerbord drehen und

3. Boot mit Rückwärtsschub parallel zu Steg drehen (nicht überdrehen!)

4. Steuerposition belassen und Boot mit Vorwärtsschub vollständig ausbremsen (d.h. bis weder Vorwärts- noch Rückwärtsbewegung auszumachen ist)

5. Steuer auf Nullposition und das Boot an den Steg driften lassen

Korrekturen bei zu großer Distanz zu Steg

• Mit Vorwärtsschub Boot erneut in Anfahrtsposition bringen

• Ausbremsen mit Rückwärtsschub und fehlende Distanz zum Steg mit Rückwärtsbewegung und Steuer auf Nullposition ausgleichen

• Steuer unter Motor nach Steuerbord drehen

• anschließend  weiter ab Pkt. 2

8. Ablegen vom Steg mit S-Kurve

1. Steuer zum Steg Drehen und mit kurzer Vorwärts-Gaskick geben

2. Steuer auf Gegenseite drehen und Boot mit Rückwärtsschub auf ca. 30°-45° vom Steg weg drehen

3. Steuer auf Nullposition und Boot unter Rückwärtsschub in gewünschte Distanz zu Steg bringen

4. anschließend  Steuer wieder zu Steg drehen bis Boot parallel zu Steg

5. Steuer auf Nullposition (Parallelausfahrt) oder auf Gegenseite (z.B. für Drehen an Ort) bringen und Boot mit Vorwärtsschub ausbremsen

6. anschließend  weiter mit entsprechendem Auslaufmanöver

9. Ablegen vom Steg mit Halb- oder Ganzkreis

1. Steuer zum Steg hin setzen und einen kurzen Vorwärts-Gaskick geben

2. Steuer auf Gegenseite drehen und Boot mit Rückwärtsschub vom Steg in einer Kreisrückfahrt bis zur gewünschten Ablegeposition wegführen

3. anschließend  weiter mit entsprechendem Auslaufmanöver

10. Wenden auf engem Raum (Tellerwende)

1. Steuer voll nach Backbord setzen und Schiffsdrehpunkt (= Bootsmitte ca. Höhe Steuer) mit rund 2-3 sec. Rückwärtsschub auf den Drehpositionsort führen

2. Steuer auf Steuerbord setzten und Boot mit Vorwärtsschub ausbremsen bis es keine Fahrt mehr macht.

3. Boot im Uhrzeigersinn drehen lassen

4. Weitere Drehkick analog Pkt. 1 und 2 jedoch viel kürzer, so dass das Boot keine Fahrt aufnimmt (sehr wichtig) d.h. der Schiffsdrehpunkt sollte während des Drehmanövers an Ort und Stelle bleiben.

5. Pkt. so lange wiederholen bis Boot in gewünschter Position

11. Wenden über Bug (z.B. von Steuerbordbug zu Backbordbug)

1. Steuer nach Steuerbord d.h. Steg hin setzen und einen kurzen Vorwärts-Gaskick geben

2. Steuer nach Backbord setzen und Boot mit Rückwärtsschub auf vom Steg weg drehen bis Schiffsdrehpunkt eine Buglänge vom Steg entfernt ist.

3. Steuer auf Steuerbord setzten und Boot mit Vorwärtsschub ausbremsen bis es keine Fahrt mehr macht.

4. Boot im Uhrzeigersinn drehen lassen

5. Weitere Drehkick analog Pkt. 1 und 2 jedoch viel kürzer, so dass das Boot keine Fahrt aufnimmt (sehr wichtig) d.h. der Schiffsdrehpunkt sollte während des Drehmanövers an Ort und Stelle bleiben.

6. Pkt. so lange wiederholen bis Boot backbordseitig unter 45° zum Steg steht

7. Boot mit Vorwärtsschub Boot drehen bis es parallel zum Steg steht,

8. anschließend  Steuer auf Nullposition setzen und mit Rückwärtsschub Boot vollständig

9. das Boot an den Steg driften lassen

12. Einfahren vorwärts in Box

1. Schiffsdrehpunkt vor Box bringen, so dass das Boot keine Fahrt resp. Drift mehr hat

2. Je nach Bootsstellung Boot mit Drehen an Ort, senkrecht zur Box stellen (wichtig: der Schiffsdrehpunkt sollte immer auf der Mittellinie vor der Box liegen!)

3. mit Vorwärtsschub Boot sauber senkrecht einfahren resp. gleiten lassen,

4. so bald die achterlichen Festmacherposten auf Fahrerhöhe sind Boot mit Rückwärtsschub ausbremsen und

5. kurz vor dem stehen, das Heck durch Steuerdrehung nach Steuerbord an den Festmacherpfosten führen.

6. Endposition:

A) das Boot muss vollständig Still stehen, d.h. weder Vorwärts- noch Rückwärtsfahrt, keine Seitendrift aber auch keine Drehdrift mehrt aufweisen. Allfällige Bewegungen sind kurz, sofort und immer in Richtung Ausfahrt zu korrigieren

B) das Heck muss rund 20-50cm rückwärtig über die Box hinausragen

13. Einfahren rückwärts in Box

1. Schiffsdrehpunkt vor Box bringen, so dass das Boot keine Fahrt resp. Drift mehr hat

2. Je nach Bootsstellung Boot mit Drehen an Ort, senkrecht zur Box stellen (wichtig: der

Schiffsdrehpunkt sollte immer auf der Mittellinie vor der Box liegen!)

3. mit Rückwärtsschub Boot sauber senkrecht und so nahe als möglich entlang des

steuerbordseitigen Festmacherpostens einfahren,

4. so bald die achterlichen Festmacherpfosten auf rund 1/3 des Bootes sich befindet dieses mit Vorwärtsschub ausbremsen

5. Endposition:

A) das Boot muss vollständig Still stehen, d.h. weder Vorwärts- noch Rückwärtsfahrt, keine Seitendrift aber auch keine Drehdrift mehrt aufweisen. Allfällige Bewegungen sind kurz, sofort und immer in Richtung Ausfahrt zu korrigieren

B) die Festmacherpfosten müssen auf Höhe des Fahrers stehen

14. Aufschiesser an Steg

1. Boot langsam vorwärts auf den Steg zugleiten lassen und

2. es anschließend  so ausbremsen, dass rund 5 sec. lang, senkrecht zum Steg, ohne Berührung, mit rund einer Elle Abstand, zum Stehen kommt.

15. Aufschiesser an Boje

1. Boot langsam vorwärts und in den Wind auf den Boje zugleiten lassen und

2. es mit Rückwärtsschub abbremsen, mit Steuer nach Bedarf nach Steuerbord gedreht

(Aufnahme Steuerborddrall durch ausbremsen)

3. es soll so ausgebremst sein, dass das Boot rund 5 sec. lang, mit dem Bug zur Boje, ohne Berührung und mit rund 1-2 Ellen Abstand, zum Stehen kommt.

16. Mann über Bord

1. unmittelbar nach Ertönen "Mann über Bord" Heck wegdrehen, Gas voll abstellen, Schalthebel auf Neutral und Boot auf die verlorene Person zuhalten, am besten so dass der Kurs mitwindig ist.

2. Rund 30-40 m vor der verlorenen Person vollständig weg vom Gas und weiter auf die Person zuhalten

3. rund 3 m vor der Person Steuer nach Backbord und rund 2-3 sec. Boot nach Backbord drehen,

4. Boot weiter drehgleiten lassen, bis die Person auf Führerhöhe zu liegen kommt

5. anschließend  Steuer auf Steuerbord setzen und Boot mit Rückwärtsschub vollständig

ausbremsen (d.h. bis weder Vorwärts- noch Rückwärtsbewegung auszumachen ist)

6. Boot zur verlorenen Person driften lassen, Motor ausschalten und verlorenen Person bergen.

17. Vertäuen des Schiffes

1. provisorisches Festmachen der Achterleine an achterlichem Festmachpunkt

2. Vorleine mit rund 120 cm an vorderem Festmachpunkt (Vordeck) auf Deckhöhe festmachen (Pfosten: Mastwurf, Ring: Roringstek)

3. Achterleine mit rund 80 cm an achterlichem Festmachpunkt auf Deckhöhe festmachen

(Pfosten: Mastwurf, Ring: Roringstek)

4. Achterspring auf Deckhöhe am mitschiffs liegenden Festmachpunkt (Palstek) und auf Boot an der Achterklampe (2 Kopfschläge) festmachen, so dass das Heck nicht unter die stegseitige Scheuerleiste driften kann.

5. Alle Mastwürfe zusätzlich mit 2 halben Schlägen sichern

6. Endposition:

Das Boot muss bei gestreckten Festmacherleinen mit rund 60 cm Distanz und parallel zu Steg zu liegen kommen

Ende